Le DS en général

Selbst-Evaluation: Definition, Prinzipien, Ziele

Françoise Reyter 05 Jan 2021

Definition

Bei einer Selbst-Evaluation wird das eigene Handeln systematisch und kontinuierlich reflektiert, ausgewertet und prozessbegleitend weiterentwickelt.

Bei diesem methodischen Ansatz sollen Personen, Gruppen oder Institutionen ihre eigene Tätigkeit untersuchen und im Austausch mit anderen auswerten und verändern.Diejenigen, die ein Programm oder Maßnahmen durchführen sind bei einer Selbst-Evaluation also auch selbst EvaluatorInnen.

Eine Evaluation wird durch objektive und überprüfbare Messverfahren durchgeführt, um Prozesse oder Leistungen zu beschreiben, zu beurteilen und zu beeinflussen. Es werden standardisierte und nichtstandardisierte Instrumente der empirischen Sozialforschung eingesetzt.

Prinzipien

Die Selbst-Evaluation dient als Impulsquelle für die Schul- und Unterrichtsentwicklung.

Sie besteht aus unterschiedlichen Phasen: Bestandsaufnahme, Definition von Zielen und Planung, Umsetzung von Maßnahmen und geplante Projekte. In allen Phasen sollte der Schulkontext berücksichtigt werden.

Als Element nachhaltiger Schulentwicklung gibt eine Selbst-Evaluation Aufschluss über den bisherigen Erfolg und kann auf zukünftige Veränderungen hinweisen.

Dabei wird die Gestaltung der Selbst-Evaluation von den Schulen selbst entschieden. Als Einstieg in die Evaluation sollten Grund, Gegenstand sowie Kriterien und Durchführungsformate der Evaluation festgelegt werden. Durch Umfragen, Gespräche, Auswertung von statistischen Daten und andere Formate können unterschiedliche Perspektiven eingebracht werden. Die Anwendung kann schulintern oder in Zusammenarbeit mit externen Partnern durchgeführt werden. Eine Analyse bringt Aufschluss über das Erreichen von bereits festgelegten Zielen. Ergebnisse sollten interpretiert werden.

Als Rahmenbedingung sollte der spezifische Kontext der jeweiligen Schule beschrieben und berücksichtigt werden. Die unterschiedlichen Bereiche (beispielsweise Schulerfolg, Schulabbruch, Schulklima usw.) sollten mit einbezogen werden. Nach einer bestimmten Struktur sollten Themenbereiche und Zeitrahmen sowie die Art der angestrebten Veränderung oder Entwicklung festgelegt werden.

Ein Austausch unter allen TeilnehmerInnen sollte in kollaborativer Praxis, beispielsweise in Form von Gruppendiskussionen stattfinden. Dabei sollten Eltern und SchülerInnen ebenfalls mit eingebunden werden.

Erhobene Daten und Ergebnisse geben eine Übersicht über mögliche Entwicklungen und Veränderungen und können Differenzen sowie Schwächen und Stärken der Schulorganisation sichtbar machen. So können Daten wichtige Indikatoren darstellen, um Debatten anzuregen, Fragen aufzuwerfen und Bestehendes in Frage zu stellen. Dabei sollten bereits vorhandene Daten und Indikatoren benutzt werden und weitere Informationen, beispielsweise mithilfe von Eltern und SchülerInnen, gesammelt werden. Sie bieten die Möglichkeit, Ansätze zu überdenken und das Fehlen von Informationen aufzudecken.

Ziele

Die (Selbst-)Evaluation verfolgt mehrere Ziele auf unterschiedlichen Ebenen:

  • Leistungsfähigkeit
    Das übergeordnete Ziel einer (Selbst-)Evaluation in einer Schule besteht darin, Schülerleistungen zu verbessern sowie die allgemeine Leistungsfähigkeit der Schule zu erhöhen. Dies kann durch eine Entwicklung von Programm, Strukturen und Personal sowie einer Professionalisierung erfolgen.
  • Wissensgewinnung
    Durch eine Evaluation kann datengestütztes Qualitätswissen gesammelt werden, um den Ist-Zustand besser zu verstehen. Durch Selbstevaluation entsteht ein Mehrwissen über die eigene Schule, das eigene Schulprofil und die eigene Praxis. So kann man Zusammenhänge zwischen Prozessen und deren Wirkung vertieft erkennen. Evidenzbasiertes Wissen stellt eine wichtige Voraussetzung für die Erfüllung der zunehmenden Professionalitätsansprüche an die Schulleitung und an die einzelnen Lehrpersonen.
  • Nachhaltigkeit
    Die Selbst-Evaluation bietet die Möglichkeit, die Nachhaltigkeit umgesetzter Innovationsvorhaben datengestützt zu unterlegen. So können externe Partner einsehen, inwiefern die vereinbarten Ziele erreicht und die Qualitätsansprüche erfüllt worden sind. Auf diese Art können Schulentwicklungsmaßnahmen und deren Implementation transparent kommuniziert werden.
  • Schulentwicklung
    Selbst-Evaluation kann zum Ausbau von profilbildenden Stärken beitragen und wichtige Entwicklungsimpulse geben. Sie stellt eine wichtige Voraussetzung für das Anstoßen von datengestützten Entwicklungsprozessen und die Beseitigung von Qualitätsdefiziten dar. Ein evaluationsbasierter Reflexionsprozess kann die folgenden Entwicklungsmaßnahmen erheblich beeinflussen.
  • Normendurchsetzung/-kommunikation
    (Selbst-)Evaluation stellt eine Form der Erwartungs- und Normenkommunikation dar. Aspekte, die bis zu dem Zeitpunkt unbeachtet blieben, rücken durch die Ankündigung der Evaluation in den Aufmerksamkeitsfokus. (Landwehr & Steiner, 2018)
  • Beschreibung
    Ergebnisse, Leistungen, Strukturen und Prozesse sollen im Rahmen einer Bestandsaufnahme beschrieben werden. Eine Bedarfsanalyse erfasst Umwelterwartungen. So können Bedarfslagen und Erwartungen durch Datenerhebung, Dateninterpretation und die Ableitung von Konsequenzen festgestellt und relevante interne und externe Faktoren berücksichtigt werden.
  • Festlegung
    Darauffolgend kann eine strategische Planung folgen sowie allgemeine Entwicklungsziele und Zeithorizonte formuliert werden. Perspektiven und ein Fokus können fixiert werden.
  • Schulische Selbststeuerung
    Eine schulische Selbststeuerung wird durch eine systematische Auswertung zurückliegender Erfahrungen möglich. Eine Planung und Koordination von bedarfsgerechter, flexibler und wirtschaftlicher Leistungserbringung sind auf der Ebene der Schule einfacher zu realisieren als von einer übergeordneten Instanz. Somit werden die Entscheidungskompetenzen und Gestaltungsspielräume auf die Schule selbst übertragen, welche damit an professioneller Autonomie gewinnt.
  • Beurteilung
    Nachdem Normen und Standards festgelegt wurden, werden Leistungen, Prozesse und Strukturen beurteilt. (Wacker, Maier & Wissinger, 2012)
Literaturverzeichnis

Boller, S. (2009). Kooperation in der Schulentwicklung. Interdisziplinäre Zusammenarbeit in Evaluationsprojekten. Wiesbaden.

Schroeter, K. (2003). Selbstevaluation-was ist das?. Berlin: BLK.

Landwehr, Norbert, & Steiner, Peter. (2018). Begleitete Selbstevaluation (E-Book). Bern: Hep verlag.

selbstevaluation.de

Wacker, A., Maier, U., & Wissinger, J. (Eds.). (2012). Schul- und Unterrichtsreform durch ergebnisorientierte Steuerung: empirische Befunde und forschungsmethodische Implikationen. Springer-Verlag.

https://www.innoedulab.com/post/2018/02/15/quelques-principes-pour-l-auto-évaluation-de-l-établissement-scolaire-4